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Die langsamen Mühlen der Politik

Am 21.11.2013 fand eine Sondersitzung des Gemeinderats zum Thema Wohnen in Konstanz statt, bei dem die Stadtplanung Informationen zum Handlungsprogramm vorgestellt hat. Der Gemeinderat hat dieses anschließend annähernd 2 Stunden lang diskutiert. Von konkreten Maßnahmen ist man aber noch weit enfernt. Einzig dem Engagement von Ortsvorsteher Heribert Baumann ist zu verdanken, dass Litzelstetten im Handlungsprogramm eine größere Rolle als im ersten Entwurf spielen soll. Er forderte:

„Wir bitten dringend (…), moderat neues Bauland in Litzelstetten, vorrangig für Familien mit Kindern, auszuweisen (…). Das Ziel muss sein, im Ort durch Familien mit Kindern eine gesunde Bevölkerungsstruktur zu sichern und die vorhandenen Einrichtungen wie Kindergärten, Schule, Gesundheitsversorgung und Geschäfte zu erhalten.“

Jana Kiechle hat die Sondersitzung besucht und wurde anschließend von SÜDKURIER-Lokalchef Jörg-Peter Rau dazu interviewt. Das Ergebnis ist hier zu lesen:

Junge Litzelstetter Familien blitzen ab

26.11.2013 – Sie wollen nichts lieber als im Konstanzer Teilort Litzelstetten bauen. Doch Gemeinderat und Stadtverwaltung blockieren bei dem Wunsch junger Familien nach etwas Bauland am Bodanrück. Nun ist der Frust groß – Bürgerbeteiligung hatten sie sich anders vorgestellt. Weiterlesen

Die Stadt hat diese Berichterstattung zu einer Pressemitteilung veranlasst, die der SÜDKURIER in diesem Artikel aufgegriffen hat:

Diskussion über Entwicklung neuer Gebiete
28.11.2013 – Die Stadtverwaltung verweist auf das vom Gemeinderat verabschiedete „Handlungsprogramm Wohnen“. und verspricht Ergebnisse für das Frühjahr Viele Familien fordern vor allem eine Chance auf den Bau von Eigenheimen.Weiterlesen

Die Stadt teilt mit, dass

„Die Dringlichkeit des Themas sei – auch wenn die Betroffenen dies im Ratssaal durchaus anders erlebt haben – in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betont worden,“

Das haben wir in der Sitzung und auch in den Gesprächen mit den Gemeinderatsfraktionen in den letzten Wochen und Monaten durchaus anders erlebt. Vielleicht dürfen wir den Gemeinderäten an dieser Stelle nochmals die Ergebnisse der Unternehmensbefragung Konstanz in Erinnerung rufen. Die Wohnraumsituation bekommt von den ansässigen Unternehmen die mit Abstand schlechteste Note aller relevanten Standortfaktoren.

Auch die offizielle, von der Stadt beauftragte Wohnraumbedarfsprognose 2030 vom Empirica Institut sieht den Bedarf am stärksten bei Wohnraum für Familien. Im Bericht heißt es auf Seite 5:

„Die Wohnungsbedarfsprognose kommt zu dem Ergebnis, dass in den letzten Jahren deutlich zu wenig Einfamilienhäuser oder geeignete Alternativen für Familien gebaut wurden.“

Es geht unserer Initiative nicht darum, in Litzelstetten zu bauen, weil wir in Luxusvillen die Aussicht auf den See genießen wollen. Wir sind Familien, die bereits am Ort wohnen und in den allermeisten Fällen durch Familienzuwachs (=mehr Kinder) keinen Platz mehr in den aktuellen Wohnungen haben. Und genau hier hat die Stadt (noch) nicht genügend Angebot geschaffen.

Hoffen wir, dass durch diese Berichte etwas Druck und Geschwindigkeit in die langsamen Mühlen der Politik kommt.

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Statusupdate

*** 56 Familien haben den Online-Fragebogen ausgefüllt, 100 betroffene Kinder *** Online-Petition gestartet *** Gespräch mit Stadtplanungsamt erfolgt *** Brief an OB Burchardt verschickt ***

Next steps: Ergebnisse der Konstanzer Wohnraumprognose abwarten, Gespräch zwischen Ortsvorsteher Heribert Baumann und OB Uli Burchardt, Vorstellung unserer Forderungen in den Gemeinderatsfraktionen

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden!